Drei Schlüsselergebnisse vom Nordic ADL 2016

Drei Schlüsselergebnisse vom Nordic ADL 2016

Bei der Nordic ADL Conference handelt es sich um eine jährlich stattfindende Veranstaltung für Erziehungsfachleute aus dem nordischen Militär. Die Veranstaltung wird vom NORDEFCO Advanced Distributed Learning Forum of Experts organisiert und konzentriert sich auf den Austausch von Wissen über Lernpraktiken. In diesem Jahr fand die Nordic ADL in Tuusala, Finnland, statt, am Ufer des wunderschönen Tuusala-Sees. Ich hatte das Vergnügen, diese dreitägige Veranstaltung mit meinen E-Learning-Kollegen zu besuchen.

Drei Schlüsselergebnisse vom Nordic ADL 2016

Während der Konferenz wurden wir Teilnehmer von der wunderbaren Umgebung, der großartigen Atmosphäre, und den Präsentationen von Profis auf dem Gebiet des E-Learning und des fortschrittlichen verteilten Lernens inspiriert. Obwohl die Veranstaltung das Lernen aus einer militärischen Perspektive präsentierte, können die Beispiele und Lektionen auf alle Organisationen angewendet werden. Im Folgenden drei Schlüsselergebnisse vom Nordic ADL 2016. 

1. Lernerfolge mit xAPI und LRS messen

Experience API (xAPI) wurde mehrfach in verschiedenen Präsentationen erwähnt, darunter auch im exzellenten Einführungsvortrag des Direktors der ADL, Dr. Sae Schatz. xAPI ist ein Standard, wodurch ein Learning Management System (LMS) effektiv sowohl formelles wie informelles Lernen wie soziale Lernaktivitäten nachverfolgen kann. Das Messen und Nachverfolgen des Lernens hat weltweit großes Interesse erweckt, und deren Bedeutung wurde im Prozess der Anerkennung unterschiedlicher Lernaktivitäten und Verbesserung von Lernerfahrungen aufgrund der Daten des Learning Record Store (LRS) anerkannt. Das liegt daran, dass die im 21. Jahrhundert benötigten Kompetenzen sowohl in einem militärischen Lernkontext wie auch im allgemeinen Arbeitsleben sehr viel komplexer und dynamischer sind als früher. Wie Dr. Schatz sagte, um mit den Erwartungen und Anforderungen des (Arbeits)-Lebens umgehen zu können, müssen die Menschen mehr Fähigkeiten haben, und sie müssen ihr Lernen flexibler gestalten. Ein weiteres großartiges Beispiel dafür, wie Lehrer und Berater von den xAPI-Daten profitieren können, wurde von Ville Tuominen, Online Learning-Berater für das Nordkarelische staatliche Bildungs- und Ausbildungskonsortium PKKY präsentiert. Die digitale Lernumgebung des PKKY, die aus der Perspektive des phänomenbasierten Lernens konstruiert wurde, bietet Aktivitätsberichte der Schüler zu jeder von ihnen erledigten Aufgabe. Dies ermöglicht eine frühzeitige Erkennung und Analyse von Herausforderungen oder Schwierigkeiten beim Lernprozess, was wiederum Lehrern und Beratern bei der Verbesserung ihrer Lehre, ihres Materials und der Aufgaben hilft.

2. Lernen wandelt sich

Die Art und Weise, wie wir lernen verändert sich, und daher müssen wir die Art und Weise ändern, wie wir das Lernen messen und gestalten. Wir sollten die gesamte Lernerfahrung nicht vergessen, die nicht nur die Schnittstelle einschließt, sondern ganz besonders den Lerninhalt und die Art und Weise, wie dieser angelegt ist, um sich den Bedürfnissen und Interessen des Lerners anzupassen. Bei der Nordic ADL wurden mehrere Fälle vorgestellt, bei denen beispielsweise Blended Learning und personalisiertes Lernen stattfanden. Aufgrund der immer weiter verbreiteten Nutzung von Mobilgerät und besserem Zugang zum Internet weltweit, können die Kurse so angelegt werden, dass sie entweder einen kleinen Teil oder gar keine direkte Interaktion einschließen. Daher können beim Blended Learning Best Practices sowohl des formellen direkten Lernens als auch des E-Learning miteinander kombiniert werden. Andererseits brauchen die Lerner gegebenenfalls mehr Unterstützung und menschliche Interaktion zur Unterstützung ihrer Studienanstrengungen. Die Personalisierung der Erfahrung zusätzlich zum Inhalt könnte zu besseren Lernerfahrungen führen, wenn Lehren, Inhalte und Lernpfade sich den Bedürfnissen und Interessen der Lerner anpassen. Dies führt zu einer erhöhten Motivation, bei der die Lerner ein Gefühl für Relevanz und Steuerung ihres Lernprozesses erhalten.

3. Phänomenbasiertes Lernen

Obwohl es nicht unbedingt betont wurde, hatte phänomenbasiertes Lernen seinen Einfluss auf viele Fälle, die auf der Nordic ADL präsentiert wurden. Solche Beispiele wurden beispielsweise präsentiert, wenn Szenarien aus dem echten Leben als Basis für die Lernaufgaben verwendet wurden. Diese Herangehensweise bietet dem Lernen einen realistischen Kontext, was dazu führen kann, dass der Lerner das neue Know-how in der realen Welt besser anwenden kann. In einem Beispiel ging es um E-Learning Kurse für Schiffsbauingenieure, wobei sich die Lerner auf unterschiedliche Perspektiven und Themen innerhalb des gleichen Kontexts konzentrierten und in der Lage waren, ihre Problemlösungs- und Gruppenarbeitsfähigkeiten zusätzlich zum aktuellen Lerninhalt zu verbessern. Ein weiteres hervorragendes Beispiel war der oben genannte PKKY-Fall, bei dem phänomenbasiertes Lernen die bevorzugte Herangehensweise bei der Entwicklung der Studien war. Innerhalb einer Geschichte lernten die Schüler beispielsweise Mathematik, Physik, Psychologie und Finanzmanagement in Form einer Geschichte zu einem Autokauf. Diese Geschichten waren so ausgerichtet, dass sie realistische Situationen aus dem echten Leben reflektierten, um den Lernern ein Gefühl für Relevanz zu geben und sie so zum Lernen zu motivieren. Das PKKY-Beispiel zeigte außerordentliche Verbesserungen beispielsweise bei den Noten der Schüler und bei den Bestehensraten im Vergleich zu den Vorjahresergebnissen.

Schlussfolgerungen

Heutzutage stehen Instruktoren, Berater, und Entwickler von Lerninhalten nicht nur vor der Herausforderung, den Bedürfnissen der Lerner Rechnung zu tragen, sondern auch in der Lage zu sein, Bildung immer effizienter bereitzustellen. Natürlich ohne dabei die Möglichkeit außer Acht zu lassen, Studien nachzuverfolgen, die sich unabhängig von Zeit, Raum und Geräten abspielen. Wie Dr. Sae Schatz in ihrer Einführungsrede sagte, ist das zukünftige Lernökosystem lernerzentriert und technologiegestützt. Daher ist jetzt ein guter Zeitpunkt für Organisationen zur Bewertung dessen, ob die derzeit verwendeten Lernmanagementsysteme noch aktuell sind und den Anforderungen zukünftigen Lernens entsprechen.

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